Gastritis: Therapie

Behandlung der akuten Gastritis

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

Eine Gastritisbehandlung hat zum Ziel, die Entzündung der Magenschleimhaut abklingen zu lassen. Dazu ist es zunächst wichtig, mögliche Auslöser zu vermeiden. Deshalb sollten Betroffene auf Kaffee, Nikotin, Alkohol und andere Magen reizende Stoffe vorläufig verzichten. Eine akute Gastritis heilt in der Regel von alleine und folgenlos aus, wenn die Patienten zunächst 1-2 Tage auf Nahrung verzichten und dann einige Tage schonende Kost, wie z. B. Tee, Haferschleim und Zwieback, zu sich nehmen und gleichzeitig Bettruhe einhalten. Anstelle weniger großer Mahlzeiten schonen mehrere kleine, am besten 5-6, gut gekaute Mahlzeiten den Magen. Magenschädigende Medikamente - vor allem die nichtsteroidalen Antirheumatika wie Diclofenac, Ibuprofen und Azetylsalicylsäure - sollten möglichst abgesetzt oder durch besser verträgliche ersetzt werden.

Zusätzliche Linderung verschaffen frei verkäufliche Tees oder Tropfen mit Pflanzenwirkstoffen, beispielsweise aus Kamillenblüten oder Galantwurzel, aber auch Schafgarbenkraut oder Süßholzwurzel. Lokale Wärmeanwendung, wie z. B. Wärmekissen oder Wärmflaschen, werden von vielen Patienten als angenehm empfunden.

Medikamentöse Maßnahmen

Falls diese Maßnahmen alleine nicht ausreichen, können bis zum Abklingen der Symptome Medikamente verabreicht werden, die die Magensäure neutralisieren. Zu dieser Gruppe gehören so genannte Antazida, von denen inzwischen rund 50 verschiedene Substanzen erhältlich sind. Antazida werden rezeptfrei in Apotheken verkauft und insbesondere bei leichten Beschwerden eingesetzt.

Andere Präparate verringern die Magensäureproduktion und tragen so zur Regeneration der Schleimhaut bei. Dazu gehören die rezeptpflichtigen H2-Rezeptor-Blocker, die eine Säure reduzierende Wirkung haben, z.B. Cimetidin, Ranitidin, Roxatidin, Nizatidin. Sie hemmen die Parietalzellen der Magenschleimhaut und unterbinden die Magensäureproduktion auf diese Weise um etwa 60%. Die Präparate entfalten ihre Wirkung vorwiegend in der Nacht. Inzwischen sind einige H2-Rezeptoren-Blocker für eine kurzzeitige Anwendung auch ohne Rezept erhältlich. Gleichfalls verschreibungspflichtig sind Protonenpumpenhemmer, die die Parietalzellen noch effektiver als die H2-Rezeptor-Blocker hemmen und vor allem bei starken Beschwerden eingesetzt werden. Mit ihnen gelingt eine Säurereduktion um circa 90%. Als Wirkstoffe sind unter anderem Omeprazol, Lansoprazol, Pantoprazol und Rabeprazol bekannt.

Ist der Magen durch die Gastritis stark verkrampft, können so genannte Prokinetika Abhilfe schaffen, welche die natürliche

Magenbewegung anregen, z. B. Metoclopramid und Domperidon. Krampflösende, schmerzlindernde Mittel (Spasmolytika) sowie Medikamente gegen Brechreiz (Antiemetika) können bei Bedarf den Heilungsprozess unterstützen.

Behandlung der chronischen Gastritis

Bei einer chronischen Gastritis vom Typ A muss der Arzt in der Regel Vitamin B12 per Injektion verabreichen, um eine perniziöse Anämie zu vermeiden.

Bei der chronischen Gastritis Typ B steht die Bekämpfung des Magenbakteriums Helicobacter pylori im Vordergrund. Eine Eradikationstherapie besteht aus einer speziellen Dreierkombination: Der Patient nimmt dabei über einen Zeitraum von etwa 5-7 Tagen zwei2  verschiedene ein, überwiegend Clarithromycin und Amoxicillin, die den Erreger abtöten sollen. Ein zusätzlich verabreichter Protonenpumpenhemmer soll den pH-Wert der Magensäure anheben und die Wirkung des Antibiotikums verbessern.

Bei der Gastritis vom Typ C ist es in der Regel ausreichend, Magen reizende Stoffe zu vermeiden und die Ursache für etwaigen Gallenrückfluss zu beseitigen.

Zur Unterstützung der Behandlung können auch bei der chronischen Gastritis nicht-medikamentöse Maßnahmen ähnlich wie bei der akuten Form sinnvoll sein.

Experte: Wiss. Beratung & Ausarbeitung: Dr. Martin Strauch, Neubiberg

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017
02/2016 S2k-Leitlinie: Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit: www.dgvs.de/wissen-kompakt/leitlinien/leitlinien-der-dgvs/helicobacter-pylori/

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

© Internisten-im-Netz

Impressum

Datenschutz

Bildquellen

Kontakt

Herausgeber

Berufsverband Deutscher Internisten e.V.