Thrombose (venös): Was ist das?

Bei einer Thrombose bildet sich in einem gesunden oder vorgeschädigten, venösen oder arteriellen Blutgefäß ein Gerinnsel (Thrombus) und verengt oder verstopft das Gefäß.

Am häufigsten bilden sich Thrombosen in den Venen und hier bevorzugt in den Venen der unteren Körperhälfte (tiefe Beinvenen, nicht selten auch Beckenvenen). Die Thrombosehäufkeit ist in den Venen deutlich größer als in den Arterien. Hierfür sind der zartere anatomische Aufbau der Venenwände und vor allem die im Vergleich mit den Arterien geringere Fließgeschwindigkeit des venösen Blutes verantwortlich.
Jährlich erleiden etwa 60.000 Menschen in Deutschland eine Venenthrombose. Noch gefürchteter als die venöse Thrombose selbst sind jedoch ihre möglichen Komplikationen. Wird nämlich ein venöser Thrombus mit dem Blutstrom in Richtung Herz fortgeschwemmt, besteht die Gefahr, dass er durch das rechte Herz hindurch in die Lungengefäße gelangt und dort kleinere oder auch größere Lungenareale total blockiert. Dieses Ereignis wird auch Lungenembolie genannt. Dadurch kommt der Blutfluss in den entsprechenden Abschnitten der Lunge zum Erliegen, was in schweren Fällen zu einem Schockzustand und dann auch zum Tod führen kann. Pro Jahr ereignen sich in Deutschland mehr als 30.000 Lungenembolien, an denen ca. 20.000 Patienten sterben. Die tödliche Lungenembolie übertrifft damit die jährliche Zahl von Toten im Straßenverkehr um ein Mehrfaches.

Experte: Wissenschaftliche Beratung und Ausarbeitung: Dr. Gerhart Tepohl, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 21.08.2017

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