31.10.2018

Low Carb-Ernährung ist auf Dauer gefährlich

Eine langfristige Ernährung mit sehr wenigen Kohlenhydraten (low carb) ist gefährlich und sollte vermieden werden. Dazu raten Kardiologen auf dem Kongress European Society of Cardiology 2018.

Menschen haben nach einer langfristigen Low Carb-Diät, die sehr wenige Kohlenhydrate umfasst, ein erhöhtes Risiko für einen vorzeitigen Tod, auch die Risiken für Todesursachen wie Herzerkrankungen, Schlaganfall und Krebs sind bei ihnen erhöht. Diese Ergebnisse einer Studie aus Polen wurden auf dem Europäischen Kardiologiekongress vom 25.-29.8.2018 in München präsentiert (siehe ESC Congress 2018, Poster Session 6).

Die Studie von Prof. Dr. Maciej Banach (Lodz, Polen) untersuchte den Zusammenhang zwischen Diäten mit einem niedrigen Kohlenhydrateanteil, der Gesamtsterblichkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs bei 24.825 Teilnehmern des US National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) zwischen den Jahren 1999 und 2010. Im Vergleich zu Teilnehmern mit dem höchsten Kohlenhydratekonsum hatten innerhalb eines Beobachtungszeitraumes von durchschnittlich 6,4 Jahren jene mit dem niedrigsten eine um 32 Prozent erhöhte Gesamtsterblichkeit. Das Risiko eines Todes infolge einer Herzkrankheit war um 51 Prozent erhöht, einer zerebrovaskulären Krankheit inklusive Gehirnschlag um 50 Prozent, und von Krebs um 35 Prozent.

„Eine Ernährung mit wenig Kohlenhydraten kann kurzfristig sinnvoll sein um Gewicht zu verlieren, den Blutdruck zu senken und die Glukosekontrolle zu verbessern“, erklärt Prof. Banach, doch langfristig stehen solche Ernährungsgewohnheiten mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko in Zusammenhang.

Die Studie untersuchte auch den Zusammenhang zwischen der Gesamtsterblichkeit und Low Carb-Diäten bei Übergewichtigen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder mehr, und nicht Übergewichtigen mit einem BMI von weniger als 30, in zwei Altersgruppen (55 Jahre und mehr gegenüber unter 55). Der Zusammenhang war am stärksten bei den nicht übergewichtigen älteren Teilnehmern.

Zu den möglichen Mechanismen, die hinter solchen Zusammenhängen stehen können, vermutet Prof. Banach: „Eventuell spielt die niedrigere Einnahme von Ballaststoffen und Früchten, der erhöhte Konsum von tierischen Proteinen, Cholesterin und gesättigten Fetten bei diesen Diäten eine Rolle. Auch Unterschiede bei Mineralien, Vitaminen und sekundären Phytochemikalien können bedeutsam sein.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

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