Bauchspeicheldrüsenentzündung: Untersuchungen & Diagnose

Da die Beschwerden bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse vielfältig sind, ist es für den Internisten wichtig, die Erkrankung zu erkennen und von anderen, ähnlichen Krankheitsbildern zu unterscheiden.

Ähnliche Krankheitszeichen verursachen:

  • Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Herz- oder Lungeninfarkt
  • Durchbruch von Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren
  • Gallenblasenentzündung
  • Bauchhöhlenschwangerschaft

Zunächst wird der Internist den Patienten eingehend zu den Beschwerden und den Vorerkrankungen befragen. Außerdem tastet er den Bauchraum ab, denn eine geringe Spannung der Bauchdecke ist typisch für eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Danach wird der Internist eine oder mehrere der folgenden Untersuchungsmethoden veranlassen:

Laboruntersuchungen

Anhand der Untersuchung von Blut und Urin bestimmt der Internist, ob die Konzentration der Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse erhöht ist. Typisch sind erhöhte Werte für die Lipase und die Alpha-Amylase. Auch abgestorbenes Gewebe sowie das Ausmaß der Schädigung können im Blut ermittelt werden. Blutzucker und Kalzium werden ebenso kontrolliert wie die Nieren- und Leberfunktion. Zeichen für eine Entzündung sind erhöhte Werte für das C-reaktive Peptid (CRP) und die Blutsenkungsgeschwindigkeit, sowie eine erhöhte Zahl an weißen Blutkörperchen (Leukozyten).

Sind Gallensteine ursächlich für die Entzündung, sind auch die Gallensäurewerte und Leberenzyme erhöht.

Ultraschalluntersuchung (Sonografie)

In den meisten Fällen untersucht der Internist die Patienten mittels Ultraschall, da diese Untersuchung leicht durchzuführen und für den Patienten ohne Risiko ist. So kann der Internist das Ausmaß der Entzündung sowie etwaige Schwellungen der Bauchspeicheldrüse sichtbar machen. Auch flüssigkeitsgefüllte Hohlräume (Zysten), abgestorbenes Gewebe und Wasseransammlungen in Magen oder Lunge sind erkennbar. Nicht selten entdeckt der Internist auf diese Weise Gallensteine. Kleinere Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse bleiben allerdings oft unerkannt.

Röntgenuntersuchung

Mit einer Röntgenuntersuchung werden Lungen- und Darmfunktion überprüft: Ein gelähmter Darm weist beispielsweise Luftblasen auf, die auf dem Röntgenbild gut sichtbar sind. Wasser in der Lunge oder im Bauchraum sind ebenso erkennbar wie Verkalkungen der Bauchspeicheldrüse oder Gallensteine.

Computertomografie/Kernspintomografie

Die beiden Verfahren kommen vor allem bei schweren Entzündungen zum Einsatz oder wenn der Internist trotz Ultraschalls zu keinem eindeutigen Urteil kommt. Die Computertomografie mit Kontrastmittelgabe ermöglicht besonders scharfe Bilder der Bauchspeicheldrüse und macht das Ausmaß des zerstörten Gewebes, eventuelle Blutungen und flüssigkeitsgefüllte Hohlräume (Zysten) sichtbar. So kann der Arzt auch zwischen der milden und schweren Form der Entzündung unterscheiden.

ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatografie)

Diese endoskopische Untersuchung wird eingesetzt, wenn zuvor Gallensteine im Ausführgang der Bauchspeicheldrüse diagnostiziert wurden. Der Internist schiebt das Endoskop durch die Speiseröhre und den Magen bis an die gemeinsame Mündung von Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang im Zwölffingerdarm. Mit Hilfe eines Kontrastmittels kann er den Stein genau lokalisieren und mit einem kleinen Korb oder einer Zange am Endoskop unter Röntgenkontrolle herausziehen.

Punktion der Bauchspeicheldrüse

Bei Verdacht auf eine Infektion des abgestorbenen Gewebes mit Bakterien, entnimmt der Internist mit einer dünnen Nadel aus den betroffenen Bereichen etwas Zellmaterial (Punktion). Dabei kontrolliert er den Einstich mit Hilfe von Ultraschall oder Computertomografie. Durch eine labormedizinische Untersuchung des gewonnenen Materials kann der Arzt die Bakterienarten genau bestimmen und ein geeignetes Antibiotikum auswählen. In manchen Fällen kann er mit einer Punktion auch die gesamte Infektionsquelle beseitigen.

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