
Gallensteine
Behandlung bei Gallensteinen
Die Behandlung richtet sich nach der Heftigkeit der Beschwerden, die durch die Gallensteine verursacht werden (Schmerzen, Fieber oder gar Gelbsucht). Bei einer akuten Gallenkolik verschreibt der Arzt zunächst schmerzlindernde und krampflösende Mittel sowie eine strikte Nulldiät. Liegt eine Entzündung vor, wird er außerdem Antibiotika verabreichen. Nach einer Kolik sollte der Betroffene erst nach 24 Stunden wieder mit einer leichten Kost beginnen.
Wiederholen sich solche Schmerzanfälle, muss der Stein entfernt werden. Dafür gibt es eine Reihe von Methoden, die im Folgenden aufgeführt sind. Nur so genannte „stumme" Gallensteine, die von ihren Besitzern nicht bemerkt und rein zufällig während einer Ultraschalluntersuchung gefunden werden, bedürfen keiner Behandlung.
Operation (Laparoskopie)
Langfristig ist beim Gallensteinleiden eine operative Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) das Mittel der Wahl, vorausgesetzt die Gallensteine befinden sich in ihr. Wenn der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten es zulässt, kann der Arzt die Gallenblase während einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) herausnehmen. Dafür wird er möglichst einen beschwerdefreien Zeitraum abwarten. Eine entzündete Gallenblase hingegen muss er mittels Bauchschnitt und bei gleichzeitiger Gabe von Antibiotika entfernen. Verwachsungen im Bauchraum und Blutgerinnungsstörungen machen ebenfalls eine offene Operation notwendig.
Endoskopisch-retrograde Cholangiografie
Gallensteine im Gallengang kann der Arzt mit Hilfe spezieller Drahtschlingen (z.B. Dormia-Schlinge) entfernen, die er während einer endoskopisch-retrograden Cholangiografie einführt. Manchmal reicht es auch aus, wenn er die Mündung des Gallengangs in den Dünndarm durch einen kleinen Schnitt so weit vergrößert, dass der Stein von selbst abgehen kann.
Chemolitholyse
Nicht verkalkte Cholesterinsteine lassen sich durch regelmäßige Einnahme von bestimmten Gallensäuren auflösen. Voraussetzung ist, dass der Stein nicht zu groß und die Gallenblase noch vollständig funktionstüchtig ist und keine chronische Entzündung vorliegt. Allerdings dauert die Behandlung 12-18 Monate, und selbst dann sind die Steine maximal zu 70% aufgelöst. Das Risiko, innerhalb von 5 Jahren erneut Steine zu bekommen, ist verhältnismäßig hoch.
Stoßwellentherapie
Ursprünglich für Nierensteine entwickelt, lässt sich dieses Verfahren auch für die Zertrümmerung von Gallensteinen anwenden. Der Patient befindet sich hierbei in einem Wasserbad, und die Gallensteine werden gezielt mit Stoßwellen beschossen - eine nicht ganz schmerzfreie Prozedur. Die Trümmer können den Körper dann auf natürlichem Weg verlassen. Diese Behandlungsmethode wird heute eher selten und nur bei nicht zu großen, solitären Cholesterinsteinen angewendet, die weder laparoskopisch noch endoskopisch entfernt werden können.


