Hepatitis B: Diagnose

Eine gesicherte Diagnose der verschiedenen Formen der Virushepatitis, kann - vor allem wenn die typischen Symptome fehlen -  durch den Direktnachweis von Virusbestandteilen wie einem Bestandteil der Virushülle (HBsAg) oder dem Erbgut der Viren (HBV-DNA), virusassoziierter Antigene und/oder den Nachweis von korrespondierenden Antikörpern, im Blut erfolgen. Antikörper entstehen beim Kontakt des Immunsystems mit verschiedenen Virusbestandteilen (Virusantigene). Es werden drei Virusantigene (HBsAg, HBcAg und HBeAg) und entsprechend drei korrespondierende Antikörper (anti-HBs-Antikörper, Anti-HBc-Antikörper und anti-HBe-Antikörper) unterschieden. Je nachdem welche Antigene und Antikörper nachweisbar oder auch nicht nachweisbar sind, lässt sich erkennen, ob eine Hepatitis B vorliegt, ausgeheilt ist oder ob eine erfolgreiche Impfung vorliegt:

Erkrankt an Hepatitis B: HBsAg positiv, anti-HBc positiv, anti-HBs negativ, zusätzlich nachweisbare HBV-DNA
Ausgeheilte Hepatitis B: HBsAg negativ, anti-HBc positiv, anti-HBs meist positiv
Erfolgreich geimpft: anti-HBs als einziger Marker positiv. Kein HBsAg, kein anti-HBc.
Gesund aber nicht geimpft: alle Marker negativ

Meldepflicht

Die Hepatitis B gehört in Deutschland zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Der behandelnde Arzt (oder das diagnostizierende Labor) muss eine Hepatitis B dem Gesundheitsamt melden, wenn
• der  Verdacht besteht, dass der Patient an Hepatitis A erkrankt ist,
• die Erkrankung sicher nachgewiesen werden konnte (Antikörper vorhanden)
• ein Patient an Hepatitis A verstorben ist

Experte: Wissenschaftliche Beratung & Ausarbeitung: Prof. Dr. Cornelia Gelbmann, München

Literatur:
Meyer, J. & Pletz, M.W. & Mayet W.-J (Hrsg.)
Elsevier, 11/2016
Hepatitis B. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten vom 20.5.16 – Merkblätter für Ärzte: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HepatitisB.html

Letzte Aktualisierung: 13.10.2017

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