Fehlerhafte und normale Funktionsweise der Herzklappen

Von einem Herzklappenfehler spricht man, wenn die erkrankte Herzklappe nicht mehr richtig schließt (Klappeninsuffizienz) oder sich nicht mehr ausreichend öffnet (Klappenstenose).

Überblick über die normale Funktionsweise der Herzklappen

Jeweils zwei Herzklappen in der rechten und linken Herzhälfte, die wie Ventile arbeiten, sorgen dafür, dass das Blut nur in einer Richtung durch die Herzkammern fließt:
Die Mitralklappe und die Aortenklappe sind die beiden Herzklappen der linken Herzhälfte. Durch die Mitralklappe fließt das in der Lunge mit Sauerstoff aufgesättigte Blut vom linken Vorhof in die linke Herzkammer. Von dort wird das Blut in der Auswurfphase (Systole) der linken Herzkammer durch die Aortenklappe in die große Körperschlagader (Aorta) befördert.
Die Herzklappen der rechten Herzhälfte sind die Trikuspidalklappe und die Pulmonalklappe. Durch die Trikuspidalklappe fließt aus dem rechten Vorhof das aus dem Körper zurückkommende, sauerstoffarme Blut in die rechte Herzkammer und wird von dort durch die Pulmonalklappe in den Lungenkreislauf ausgeworfen.

Sind die linke und rechte Herzkammer durch das von den Vorhöfen einströmende Blut gefüllt, beginnt die Systole genannte Phase der Herzaktion, während der sich die Herzkammermuskulatur zusammenzieht. Durch den in den Herzkammern sich entwickelnden Druck werden Mitral- und Trikuspidalklappe wie Türflügel geschlossen. Dadurch wird ein Rückfluss des Blutes in die Vorhöfe verhindert. Gleichzeitig öffnen sich - durch den sich aufbauenden Druck von unten – die Aorten- und Pulmonalklappe.

Gegen Ende der Systole sind die Herzkammern weitgehend entleert. Durch den abfallenden Druck in der Ausflussbahn der Herzkammern und den dadurch bedingten Rückstrom des Blutes in der großen Körperschlagader (Aorta) und Lungenschlagader (Arteria pulmonalis) werden in dieser Diastole genannten Phase der Herzaktion die Aorten-und Pulmonalklappe geschlossen. Ein Rückfluss von Blut in die Herzkammern wird damit verhindert.

Aorten- und Pulmonalklappe sind als dreizipflige Taschenklapppen angelegt, die Mitralklappe ist mit zwei, die Trikuspidlklappe mit drei Segelklappen ausgestattet.

Die mechanische Belastung der Klappensegel und -taschen im Lauf eines langen Lebens ist ungeheuer groß: Allein an einem 24-Stundentag öffnen und schließen sich die Klappen rund 100.000-mal, wobei die geförderte Blutmenge circa 7000 l in 24 Stunden beträgt. Dennoch halten die Klappen diese Belastung in der Regel aus, sofern sie nicht durch zusätzliche Erkrankungen verändert oder vorgeschädigt sind.

Experte: Wissenschaftliche Beratung & Ausarbeitung: Prof. Dr. med. Wolfram Delius, Münc

Literatur:
Der Kardiologe 02/2018; https://www.springermedizin.de/interventionelle-therapie-von-av-klappenerkrankungen-fokus-mitra/15468312
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017

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