Addison-Krise: Untersuchungen & Diagnose

Jeder Diagnose geht eine Befragung des Patienten zur Krankheitsgeschichte (Anamnese) voraus. Dabei fragt der Endokrinologe nach typischen Krankheitszeichen und früheren Behandlungen, z. B. wie eine Kortisontherapie oder Operationen. Daran schließt sich in der Regel eine körperliche Untersuchung an.

Genaueren Aufschluss über eine vorliegende Erkrankung liefert eine Blutuntersuchung. Bei der primären Nebennierenrindeninsuffizienz (primärerer Morbus Addison) ist der Kalium-Wert im Blut erhöht und der Natrium-Wert erniedrigt, der Blutzuckerspiegel kann vermindert sein. Ausschlaggebender sind jedoch die Konzentrationen der Hormone ACTH und Kortisol im Blut. Bei primärem Morbus Addison ist die Konzentration von ACTH erhöht, die von Kortisol erniedrigt. Bei sekundärem oder tertiärem Morbus Addison sind sowohl die ACTH- als auch die Kortisol-Werte erniedrigt.

Für die genaue Diagnose wird der so genannte ACTH-Kurztest verwendet. Dabei misst der Internist, ob sich die Kortisol-Konzentration erhöht, wenn ACTH künstlich ins Blut gespritzt wird. Wird daraufhin Kortisol gebildet, deutet dies auf eine funktionsfähige Nebenniere hin. Eine ausbleibende Reaktion spricht für das Vorliegen von Morbus Addison. Dabei kann es sich sowohl um eine primäre (link zu Ursachen) als auch um eine sekundäre (link zu Ursachen) Form handeln.

Besteht der Verdacht auf eine immunologische Ursache, kann der Internist einen Antikörpertest durchführen. Dieser zeigt, ob der Körper Antikörper gegen das Nebennierengewebe gebildet hat. Bei männlichen Patienten sollte außerdem die Menge langkettiger Fettsäuren im Blut bestimmt werden, um die Erbkrankheit Adrenoleukodystrophie auszuschließen.

Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren wie des Ultraschalls (Sonografie), der Computertomografie (CT) oder der Kernspintomografie (MRT) kann der Internist erkennen, ob ein Morbus Addison durch eine Vergrößerung der Nebenniere, Metastasen eines Tumors oder Tuberkuloseverkalkungen verursacht wird.

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